Sex in der Bibliothek – nach Schließung im Lesesaal
·9 Min. Lesezeit
Der erste Leihschein, auf dem nicht nur eine Signatur stand, lag in einem Buch über Schiffsbau im 17. Jahrhundert, und auf der Rückseite hatte jemand mit grünem Kugelschreiber geschrieben: „Sie lesen schon wieder mit dem Stift im Mund. Das ist hier verboten. Und unerträglich.“
Ich heiße Henrik, ich bin 41, und ich übersetze Sachbücher aus dem Niederländischen. Seit Januar saß ich jeden Werktag an Platz 117 im großen Lesesaal der Landesbibliothek, weil meine Wohnung zu laut war und mein Verlag zu ungeduldig, und weil man in einem Raum mit vierhundert schweigenden Menschen tatsächlich arbeitet. Holzpulte, grüne Lampen, eine Kuppel aus Glas über allem. Und an der Auskunft, vorn links, unter der Uhr, saß Nora.
Sie war mir sofort aufgefallen. Mitte vierzig, groß, dunkle Haare in einem strengen Knoten, aus dem sich im Lauf des Tages immer mehr Strähnen lösten. Eine schwarze Brille mit dicken Rändern, darunter ein Mund, der fast nie lächelte, und wenn doch, dann nur auf einer Seite. Sie trug Blusen, die bis oben zugeknöpft waren, und Röcke, die genau bis übers Knie gingen, und ich hatte in den ersten Wochen öfter zur Auskunft hinübergesehen, als gut für meine Übersetzung war.
Ich schrieb mit Bleistift auf die Rückseite des Leihscheins: „Der Stift ist ein Bleistift. Der ist erlaubt. Ich habe in der Benutzungsordnung nachgesehen.“
Dann gab ich das Buch zurück. Ganz normal, über die Theke. Sie nahm es, ohne mich anzusehen.
Signaturen und Rückseiten
Am nächsten Tag lag in meinem bestellten Buch ein neuer Zettel.
„Paragraf 7, Absatz 3: Benutzer haben sich so zu verhalten, dass andere nicht gestört werden. Sie stören mich.“
Ich starrte den Satz eine Minute lang an. Dann sah ich zur Auskunft. Nora sortierte Karteikarten und sah nicht auf. Aber eine Strähne hatte sich aus ihrem Knoten gelöst, und sie strich sie sich mit einer Bewegung hinters Ohr, die ich bis Platz 117 spürte.
So ging das drei Wochen lang. Ich bestellte Bücher, die ich nicht brauchte, nur um die Leihscheine zu bekommen. Sie schrieb in Grün, ich in Bleistift. Sie war 45, schrieb sie, und arbeitete seit neunzehn Jahren hier. Sie hasste Leute, die Eselsohren machten, und liebte den Lesesaal am Abend, wenn alle weg waren und nur noch die Notbeleuchtung brannte. Ich schrieb ihr, dass ich geschieden war und keine Kinder hatte und mir seit Januar jeden Morgen überlegte, welches Hemd ich anziehe, was ich vorher nie getan hatte.
Dann schrieb sie: „Was würden Sie tun, wenn wir allein in diesem Saal wären?“
Ich brauchte einen ganzen Nachmittag für die Antwort. Ich schrieb: „Ich würde Ihnen die Brille abnehmen. Dann den Knoten aufmachen. Dann jeden Knopf Ihrer Bluse, einzeln, langsam, so wie man ein altes Buch aufblättert. Und dann würde ich Sie fragen, ob ich weitermachen darf.“
Die Antwort kam am nächsten Morgen. Ein einziger Satz.
„Donnerstag, 20:15 Uhr, Seiteneingang Magazin. Sie dürfen.“
Donnerstag, 20:15 Uhr
Am Donnerstag schloss der Lesesaal um 20 Uhr. Ich packte um 19:50 Uhr meine Sachen, ging wie alle anderen durch die Drehtür hinaus, kaufte mir an der Ecke einen Kaffee, den ich nicht trank, und stand um 20:14 Uhr an einer grauen Metalltür an der Rückseite des Gebäudes.
Sie öffnete um 20:15 Uhr. Auf die Minute.
„Der Hausmeister macht seine Runde um 22 Uhr“, sagte sie leise, als ich drinnen war. „Bis dahin ist außer uns niemand im Gebäude. Ich bin heute Spätdienst. Ich schließe ab.“ Sie sah mich an, durch die dicke Brille, und zum ersten Mal sah ich, dass ihre Hände zitterten. „Ich habe das noch nie gemacht, Henrik. Nicht hier. Nirgendwo, ehrlich gesagt, nicht so.“
„Wir müssen nichts machen.“
„Ich weiß. Deshalb bin ich ja hier.“ Sie nahm meine Hand. „Komm.“
Sie führte mich durch das Magazin, zwischen endlosen grauen Regalen hindurch, eine Wendeltreppe hinauf, durch eine Tür, die nur sie öffnen konnte, und dann standen wir im großen Lesesaal.
Er war leer. Nur die Notbeleuchtung brannte, kleine grüne Lampen an den Säulen, und durch die Glaskuppel fiel das gelbe Licht der Straßenlaternen. Vierhundert leere Pulte. Es roch nach Papier, Holzpolitur und Staub. Unsere Schritte hallten.
„Platz 117“, sagte Nora.
Paragraf 7, Absatz 3
Sie lehnte sich gegen mein Pult, die Hände hinter sich auf das Holz gestützt, und sah mich an. Ich trat vor sie. Ich nahm ihr die Brille ab, faltete sie zusammen und legte sie neben die grüne Lampe. Ohne Brille sah sie jünger aus, und ihre Augen waren dunkler, als ich gedacht hatte.
Dann griff ich in ihr Haar und zog die Nadeln heraus, eine nach der anderen, bis der Knoten aufging und ihr die Haare schwer über die Schultern fielen.
„Weiter“, flüsterte sie.
Ich knöpfte ihre Bluse auf. Einzeln, langsam, wie ich es geschrieben hatte. Darunter trug sie einen schwarzen Spitzen-BH, der so gar nicht zu ihren Blusen passte, und ihre Brüste hoben sich mit jedem Atemzug. Ich zog ihr die Bluse von den Schultern und küsste ihren Hals, und sie stöhnte leise auf, und das Stöhnen hallte durch die Kuppel.
„Ich will dich“, sagte sie. „Ich will dich, seit du im Januar das erste Mal den Stift in den Mund gesteckt hast. Ich will deinen Mund. Überall.“
Ich hakte ihren BH auf. Ihre Brüste waren voll und schwer, mit großen dunklen Warzen, die schon hart standen. Ich nahm sie in die Hände und knetete sie und nahm eine Warze in den Mund und saugte fest daran, und Nora griff mir in den Nacken und drückte mich an sich. Ich biss leicht hinein, und sie zischte und sagte: „Ja. Fester.“
Ich schob ihren Rock hoch. Sie trug halterlose Strümpfe und einen Slip aus der gleichen schwarzen Spitze, und als ich mit der Hand über den Stoff zwischen ihren Beinen strich, war er nass. Richtig nass.
„Setz dich aufs Pult“, sagte ich.
Auf Platz 117
Sie setzte sich auf mein Pult, auf die Stelle, an der ich seit Januar jeden Tag mein Wörterbuch aufschlug, und spreizte die Beine. Ich kniete mich vor sie auf den Holzboden. Ich zog ihr den Slip aus, über die Strümpfe, und legte ihn neben ihre Brille.
Ihre Fotze war rasiert bis auf einen schmalen dunklen Streifen, und die Lippen glänzten im grünen Licht. Ich legte meine Hände auf ihre Schenkel, oberhalb der Strümpfe, auf die nackte Haut, und küsste mich langsam nach oben. Sie zitterte.
Dann leckte ich sie.
Mit der ganzen Zunge, von unten nach oben, einmal, langsam. Sie schmeckte salzig und süß, und sie stöhnte so laut, dass es von der Kuppel zurückkam wie ein Echo. Ich leckte sie wieder, und wieder, dann spreizte ich ihre Lippen mit den Fingern und saugte an ihrem Kitzler, bis sie sich mit beiden Händen an der Kante des Pults festkrallte.
„Oh Gott“, keuchte sie. „In der Bibliothek. Ich lasse mich in der Bibliothek lecken.“
„Paragraf 7“, sagte ich gegen ihre Fotze. „Absatz 3.“
Sie lachte, und das Lachen ging über in ein Stöhnen, weil ich zwei Finger in sie schob. Sie war heiß und eng und so nass, dass es mir über die Hand lief. Ich fickte sie mit den Fingern, krümmte sie nach vorn, und leckte dabei ihren Kitzler in kleinen, schnellen Kreisen, und sie legte ein Bein über meine Schulter und drückte mich mit der Ferse an sich.
Sie kam laut. Sie kam mit einem langen, hohen Schrei, der unter der Glaskuppel hing wie ein Ton in einer Kirche, und ihre Fotze zuckte um meine Finger, und ihr Saft lief mir übers Kinn. Ich hörte nicht auf, bis sie mich an den Haaren wegzog.
Ihr Mund
„Steh auf“, sagte sie heiser. „Jetzt du.“
Sie rutschte vom Pult und ging vor mir auf die Knie, auf den alten Holzboden, nackt bis auf die Strümpfe und den Rock, der ihr um die Hüften hing. Sie öffnete meinen Gürtel und meine Hose und zog sie mir mit den Shorts zusammen bis auf die Knöchel. Mein Schwanz sprang ihr steinhart entgegen.
Sie sah zu mir hoch, mit ihren dunklen Augen, die Haare offen, und leckte sich die Lippen.
„Ich habe neunzehn Jahre lang Leute ermahnt, hier leise zu sein“, sagte sie. Dann nahm sie ihn in den Mund.
Sie blies mich langsam. Sie ließ ihre Zunge um die Eichel kreisen, nahm ihn dann tiefer, Stück für Stück, bis ihre Lippen fast an meinem Bauch waren, und ließ ihn wieder herausgleiten, nass und glänzend. Mit einer Hand hielt sie meine Eier, mit der anderen wichste sie den Schaft im Takt ihres Kopfes. Ich stützte mich mit einer Hand auf das Pult von Platz 116 und legte die andere in ihr Haar, ohne zu drücken, nur um sie zu spüren.
„Schneller?“, fragte sie und sah zu mir hoch.
„Wenn du schneller machst, komme ich in deinen Mund.“
„Noch nicht“, sagte sie. „Ich will dich in mir. Hier. Auf deinem Platz.“
Im Lesesaal
Ich hatte Kondome in der Innentasche meiner Jacke. Ich hatte sie seit Montag dabei, seit dem Zettel, und mir jeden Tag lächerlich vorgekommen. Nora nahm mir eins aus der Hand, riss es mit den Zähnen auf und rollte es mir über, ohne den Blick von meinem Gesicht zu nehmen.
Dann drehte sie sich um und beugte sich über mein Pult. Sie stützte sich auf die Unterarme, zwischen meinen Notizblock und die grüne Lampe, und streckte mir den Hintern entgegen.
„Fick mich“, sagte sie. „Bitte. Ich will es so.“
Ich schob ihr den Rock ganz hoch und hielt sie an den Hüften. Ich setzte meinen Schwanz an ihre nasse Fotze und drang langsam in sie ein, bis ich ganz drin war, und sie stöhnte in die Holzplatte hinein. Sie war so eng, dass ich einen Moment stillhalten musste.
Dann fickte ich sie. Erst langsam, mit langen, tiefen Stößen, und dann härter, weil sie „härter“ sagte, und das alte Pult knarrte und die grüne Lampe wackelte und mein Bleistift rollte über die Kante und fiel auf den Boden. Das Klatschen unserer Körper hallte durch den leeren Saal. Ich griff ihr in die Haare, nicht fest, nur so, dass sie den Kopf heben musste, und sie sagte „Ja, genau so“, und ich stieß noch tiefer in sie.
Ich griff um sie herum und fand ihren Kitzler und rieb ihn, während ich sie von hinten nahm. Sie zitterte am ganzen Körper. Sie sagte meinen Namen, und dann sagte sie Dinge, die ich nie im Leben aus diesem Mund erwartet hätte, schmutzige, wunderbare Dinge, laut, in diesem Saal, in dem man nicht einmal flüstern durfte.
Sie kam zum zweiten Mal. Ich spürte es, bevor ich es hörte, dieses Pulsieren um meinen Schwanz, das mich mitriss. Ich packte ihre Hüften und stieß noch dreimal tief in sie, und dann kam ich, so heftig, dass mir die Knie weich wurden, und ich lehnte mich über ihren Rücken und blieb so liegen, keuchend, mein Gesicht in ihrem offenen Haar.
21:52 Uhr
Wir lagen eine Weile auf dem Boden zwischen Platz 116 und 117, auf meiner Jacke, und sahen durch die Glaskuppel in den Himmel. Ein Flugzeug blinkte vorbei.
„Ich muss in acht Minuten den Saal abschließen“, sagte Nora irgendwann. „Und du musst durch den Seiteneingang raus, bevor der Hausmeister kommt.“
„Und morgen?“
„Morgen ist Freitag. Du sitzt an Platz 117 und arbeitest. Und ich sitze an der Auskunft und tue so, als würde ich dich nicht kennen.“ Sie stand auf, suchte ihren Slip und fand ihn neben der Brille. „Aber nach Feierabend kannst du mich zum Essen ausführen. Wie ein normaler Mensch.“
Sie zog sich an. Bluse, Knopf für Knopf, bis ganz oben. Sie drehte die Haare wieder zu einem Knoten und steckte die Nadeln hinein, und sie saßen nicht so streng wie vorher. Dann setzte sie die Brille auf und war wieder die Bibliothekarin, nur dass ihre Wangen rot waren und ihr Mund geschwollen.
Am Freitag lag in meinem bestellten Buch ein neuer Leihschein. Auf der Rückseite stand, in Grün:
„Gebühr für Beschädigung von Bibliotheksinventar: Pult 117, Kratzer an der Vorderkante. Zahlbar heute Abend. In Naturalien.“
Den Kratzer gibt es wirklich. Ich sitze jeden Tag davor. Und wenn mich Nora von der Auskunft aus beim Kauen auf meinem Bleistift erwischt, schreibt sie mir bis heute einen Zettel.
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